Friday, July 09, 2004

Die Rückkehr der Spinne

Oh Gott wie pathetisch, ein Glück hat man auf einen treffenden deutschen Untertitel verzichtet. Die in den USA angedachten Titel wie Spider-Man: No More waren ja schon starker Tobak, aber wenn ich daran denke, was deutsche Vertriebe sich als gerne für Titel aus den Fingern saugen... Apropos Deutschland. Warum laufen vor englischen Filmen eigentliche deutsche Werbung und Trailer? Und noch dazu welche von anno dazumal, diesen schmalzigen Polar Express Trailer kann ich jedenfalls nicht mehr sehen. Ebenso wenig wie diese grausige Werbung für Tortilla Chips und Dip, die mit der holprigen Straße und der Pulp Fiction Anspielung. Das peinlichste an der Werbung ist eindeutig der eingespielte Lacher aus der linken hinteren Box bei der Auflösung der "Pointe".

Als ob das alles noch nicht genug wäre, wurde auch schon wieder der grauslige Catwoman Trailer gezeigt. So sexy Halle Berry im Lederoutfit auch wirken mag, alles andere, was man von diesem Film sah, war furchtbar. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Warner gehörig auf die Schnauze fallen wird damit. Lichtblick war dann der neueste I, Robot Trailer, sogar auf englisch und in 2,35:1, sehr edel. Ich hatte nach dem eher mauen ersten Trailer alle weiteren gemieden und war extrem positiv überrascht. Sieht nun doch nach einem Film aus, der einen neuen Riff ins SciFi Action Genre bringen könnte, wenn auch in sehr trashiger Art und Weise.

Spider-Man 2 wurde übrigens auch noch gezeigt. Was ein Ritt! Ohne jetzt irgendwelche Spoiler zu äußern, was ich auch in Zukunft unterlassen oder deutlich kennzeichnen werde: Die Art wie Peter Parker in diesem neuen "Epos" dargestellt wird, ist schwer in Worte zu fassen. Aus Comicbuch-Helden werden schlagartig Charaktere, die neue Tiefe erlaubt eine viel größere Einbindung in das Geschehen auf der Leinwand. Die Action-Szenen sind mitreißend wie nie, und die Trailer haben glücklicherweise nur wenig verraten.

Alfred Molina ist eine Macht in diesem Film. Doc Ock wirkt viel realer als Willem Dafoes Green Goblin im ersten Teil. Auch wenn der Science Part extrem dämlich wirkte, schien die Metamorphose Sinn zu machen. Erfreulich waren auch die vielen amüsanten Szenen, auf die ich gar nicht näher eingehen möchte. Ohne sie würde die übertriebene Dramatik negativ ins Gewicht fallen.

Störend wirkte auf mich nur das antiklimaktische Ende. Das erinnerte mich an die von vielen geäußerte, und mir völlig unverständliche, Kritik an Return of the King. Nur der war wirklich das Ende einer Geschichte, so dass ich für jede weitere Sekunde dankbar war. Bei Spider-Man sieht die Sache anders aus, und so untergraben die letzten Szenen ein wenig den Eindruck, den man von den Charakteren in den vorangegangenen 4 Filmstunden gewinnen konnte. Aber ich gestehe den Machern den Vorteil des Zweifels zu, und hoffe, dass sie im dritten Teil noch mehr aus ihrem Material herausholen. Jetzt brauch ich nur noch X-Men 3...

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