Tuesday, August 03, 2004

Double Features

Was ist ein Double Feature? Das ist, wenn man sich zwei Filme hintereinander anschaut! Der Knackpunkt bei dieser Sache ist, dass man sich entweder zwei Filme aussucht die möglichst viele Gemeinsamkeiten haben, bzw. eine direkte Verbindung aufweisen können. Oder man sucht sich extrem gegensätzliche Filme aus, was durchaus Gefühle wie "Shock and Awe" hervorrufen kann. Gestern habe ich zwei Filme gesehen, die inhaltlich wenig gemein haben, aber durch ihren Stil untrennbar verbunden sind.

Während Eternal Sunshine of the Spotless Mind eng an tatsächlicher Realität angelehnt ist, scheint The Singing Detective deutlich abgedrehter zu sein. Erst wenn man ein wenig Zeit hatte, um die Filme zu verdauen, erkennt man die Parallelen richtig deutlich. Eternal Sunshine spielt sich zwar zum Großteil in Erinnerungen ab, wohingegen der Detective in Fantasiewelten abdriftet, die noch wesentlich unrealer erscheinen, als Joels Kampf gegen das Ich.

Beide Filme haben gemein, dass sie sich nicht wirklich an soetwas wie eine Timeline halten. Zu sagen, welcher Film das Konzept weitergebracht hat, ist unmöglich. Eternal Sunshine bemüht sich in seiner Abgedrehtheit immer um reale Situationen, was man vom Singing Detective nicht behaupten kann. Zumindest nicht auf den ersten Blick, den schließlich scheint das Werk, und ich rede hier von der 2003er Neuauflage, starke autobiografische Einflüsse zu haben.

Die Rolle der Freundin hat Kate Winslet wesentlich besser drauf als Robin Wright Penn, die an der Ambiguität scheitert, die Winslets Rolle so perfekt macht. Jim Carrey liefert eine seiner besseren Leistungen ab, verzichtet auf irgendwelche comic fits und kommt erstaunlich real rüber. Auch Singing Detective hat eine männliche Hauptrolle, die gegen ihr Image anspielt, Robert Downey Jr., der eine erstaunliche Wandlung durchgemacht zu haben scheint.

Was beide Filme so interessant macht und zusammen passen lässt, ist ihre freie Interpretation von Wirklichkeit. Sie springen so schnell zwischen so vielen Sachen hin und her, von denen eine fantasievoller und hinreißender ist als die andere. Aber leichte Kost sind sie deswegen noch lange nicht. Besonders der Singing Detective ist streckenweise starker Tobak, wie eine Mischung aus Elephant Man, Blue Velvet und Twin Peaks. Ich würde zu gerne mal die BBC-Serie sehen, auf der der Film basiert.

Was sie ebenfalls gemein haben, ist, dass diese Filme schwer in Worte zu fassen sind, und man gerade Uneingeweihten die Möglichkeit geben sollte, diese grandiosen Leinwandperlen "fresh" zu sehen. Eine ausdrückliche Empfehlung sollte reichen, sofern man nicht in Vergangenheit bei seinen Filmfreunden extrem negativ aufgefallen ist (z.B. indem man ihnen ohne Warnung Filme wie Vulgar aufbürdet).

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